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Unsere Stellungnahme zum Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 208 „Saalegarten“

Bedenken und Anregungen der Bürgerinitiative „Leben im Böllberger Weg“ (libw)

„Eine Herausforderung der kommenden Jahre besteht darin, in den stark nachgefragten Wohnquartieren der Innenstadt eine Balance zwischen Nachverdichtung einerseits und dem Erhalt städtebaulicher und wohnumgebungsbezogener Qualitäten sowie stadtklimatisch relevanter Strukturen andererseits zu finden.“ (Integriertes Stadtentwicklungskonzept Halle, ISEK 2025, S. 132).

Wir sind der Auffassung, dass das Bauvorhaben ́Saalegarten ́ zwischen diesen beiden Polen keineswegs ausbalanciert ist. Der Grad der baulichen Nachverdichtung ist viel zu hoch, um eine nachhaltige, also eine in Zukunft gut funktionierende Lebensweise hier am Böllberger Weg zu gewährleisten und den aktuellen Anforderungen an Naturschutz und Stadtklima gerecht zu werden. Das begründen wir in 19 Einwänden und geben gleichzeitig Empfehlungen für eine kleinteiligere, niedrigere und offenere Bebauung an diesem einzigartigen Standort und Übergang zur Saaleaue. Unsere Stellungnahme als Bürgerinitiative haben wir im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit an die Stadt geschickt.

Wir kritisieren eine Planung, die sich nicht an Erforderlichkeit orientiert und an Bedarfen von Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt vorbeigeht! Wir machen auf eine absehbare Verschlechterung der Verkehrsqualität aufmerksam mit negativen Folgen für die Gesundheit der Anwohner im Viertel! Wir zeigen auf, wo gesetzliche Vorgaben missachtet oder umgangen werden sollen! Wir fordern zusätzliche Fachgutachten zu den Themen Verkehr, Lärm, Natur- und Artenschutz sowie Frischluftaustausch.

Im Folgenden können Sie eine Kurzfassung unserer Einwände lesen.

EINWAND 01: Nachhaltige Nachverdichtung ISEK 2025

In den Planungen des Vorentwurfs sehen wir das Ziel einer nachhaltigen Nachverdichtung verletzt, die laut Stadtentwicklungskonzept einhergehen soll mit einer maßvollen, maßstäblichen und behutsamem Bebauung, sanften Übergängen zwischen Siedlungsraum und Naturraum sowie einer schrittweisen Reduzierung von Dichte und Höhe der Bebauung in Flussnähe.

EINWAND 02: Festsetzung Urbanes Gebiet und Stadtstruktur

Die Festlegung eines Urbanen Gebietes (MU) dient der Verdichtung in zentrumsnahen Gebieten. Das Plangebiet gehört zur südlichen Innenstadt, d.h. ist nicht unmittelbar zentrumsnah. Ein zentrumsnahes verdichtetes Gebiet beginnt erst nach Norden ab Höhe der Torstraße. Eine Verdichtung dieses Gebietes am Böllberger Weg widerspricht der gewachsenen Stadtstruktur und riegelt die Bestandsflächen von den Erholungsbereichen des Saaleufers ab. Erst die Festsetzung eines Urbanen Gebiet (MU) ermöglicht eine höhere und dichtere Bebauung als im unmittelbar angrenzenden Bestand vorhanden ist.

Der vorhandenen Stadtstruktur angemessen wäre die Festsetzung eines Mischgebietes (MI) entlang des Böllberger Weges und eines besonderen Wohngebietes (WB) im westlichen Teil des Areals. In anderen Neubauprojekten am Saaleufer wurden weitaus maßvollere Festlegungen getroffen. Im Gebiet Hildebrandsche Mühle entsteht z.B. ein allgemeines Wohngebiet (WA) in offener Bauweise und mit deutlich niedrigeren Reihenhäusern in Ufernähe.

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Beteiligung jetzt! Entwurf zum Bauvorhaben „Saalegarten“ liegt öffentlich aus!

Nutzen Sie die Möglichkeit zur Kommentierung bis zum 7. Mai 2021!

Bis zum 7. Mai 2021 hat die Öffentlichkeit die Gelegenheit, den Vorentwurf zum Bebauungsplan Nr. 208 „Wohn- und Geschäftsquartier, Böllberger Weg“ einzusehen und schriftlich zu kommentieren. Die Stadtverwaltung muss alle schriftlichen Fragen beantworten. Alle Fragen und Antworten werden später dem Stadtrat vorgelegt. Der Stadtrat entscheidet, ob der Vorentwurf geeignet ist oder Verbesserungen notwendig sind. Nutzen Sie diese Gelegenheit, sich die Entwürfe anzuschauen und zu kommentieren! Schriftliche Fragen und Einwände können direkt an diese E-Mail-Adresse der Stadt gesendet werden: planen@halle.de

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Petition eingereicht auf der Stadtratssitzung am 24.03.2021!

Durch die verzögerte Tonwiedergabe im Video der Stadtratssitzung ist unsere Ansprache leider wiederholt nicht für alle Bürgerinnen und Bürger zu hören!

Dank vieler Unterstützerinnen und Unterstützer hat unsere Petition „Bürgerfreundliche Gestaltung statt Blockbebauung mit Hochhaus“ 2000 Unterschriften aus Halle bekommen! Das ist ein tolles Ergebnis, weil wir die Petition nach den Empfehlungen von openPetition damit einreichen können! Das haben wir heute getan. Zur Einwohnerfragestunde auf der heutigen Stadtratssitzung haben wir die Petition an den Oberbürgermeister und die Vorsitzende des Stadtrates übergeben und uns deutlich für eine kleinteiligere, niedrigere und aufgelockerte Bebauung am Übergang zur Saaleaue ausgesprochen. Auch die Notwendigkeit, mehr bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen im neuen Quartier ´Saalegarten´ zu schaffen, haben wir erneut vorgebracht. Denn nach unserer Ansicht ist Stadt vor allem und als erstes der gemeinsame Lebensraum für alle Bürgerinnen und Bürger!

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Stadtverwaltung rechtfertigt mit fragwürdigen Argumenten Hochhaus, …

… lange Blockrandbebauung und starke Verdichtung am Übergang zur Saaleaue – zur Stadtratssitzung am 17.02.2021

Laut Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2025) ist in Halle bei Neubauten anzustreben:

– eine maßvolle, maßstäbliche und behutsame Nachverdichtung,

– sanfte Übergänge zwischen Siedlungsraum und Naturraum,

– in Flußnähe schrittweise Reduzierung von Dichte und Höhe der Bebauung.

Deshalb haben wir am 17.02.2021 in der Einwohnerfragestunde zur Stadtratssitzung gefragt, ob die geplante hohe Verdichtung am unmittelbaren Übergang zur Saaleaue aus Sicht der Stadtverwaltung maßvoll ist und den Zielen des Stadtentwicklungskonzepts entspricht.

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Teilerfolg auf der Stadtratssitzung am 17.02.2021

Liebe UnterstützerInnen und Unterstützer,

in der Stadtratssitzung am 17.02.2021 wurde der Beginn eines Bebauungsplanverfahrens für das Bauvorhaben „Saalegarten“ beschlossen. Der Vorschlag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die sechs- bis elfgeschossigen Gebäudehöhen zum jetzigen Zeitpunkt in den Planungszielen zu streichen, wurde vom Stadtrat mit 26 Stimmen, 22 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen angenommen. 

Das ist ein erster TEILERFOLG für ALLE UnterstützerInnen der Petition, weil sich dadurch der Spielraum für die Festlegung einer geringeren Maximalhöhe der Bebauung vergrößert hat!

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Viele gute und sachbezogene Kommentare zur Petition für eine bürgerfreundliche Gestaltung statt Blockbebauung am Böllberger Weg!

von Angela Hannemann und Wolfram König



Seit dem Start unserer Petition am 24.12.2020 erhielten wir viele wertvolle Kommentare. Vielen Dank an alle für diese großartige bürgerschaftliche Unterstützung! Wir sind aber noch nicht am Ziel.

Mit einer Zwischenauswertung der bisher eingegangenen Kommentare möchten wir einen Überblick über die Motivation unserer UnterstützerInnen geben. Dabei wurden von uns alle Kommentare von 435 Personen bis zum 8.1.2021 einbezogen. Wir haben versucht, die vielen Argumente sinnvoll nach Themen zusammenzufassen. Alle Argumente der Petition werden deutlich bestätigt. Zusätzlich werden neue Argumente genannt. Diese zusätzlichen Aspekte bereichern die sachliche bürgerschaftliche Meinungsbildung! Wir halten es daher für wichtig, diese Zusammenfassung der Kommentare mit Zitaten zu veröffentlichen.

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