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Viele gute und sachbezogene Kommentare zur Petition für eine bürgerfreundliche Gestaltung statt Blockbebauung am Böllberger Weg!

von Angela Hannemann und Wolfram König



Seit dem Start unserer Petition am 24.12.2020 erhielten wir viele wertvolle Kommentare. Vielen Dank an alle für diese großartige bürgerschaftliche Unterstützung! Wir sind aber noch nicht am Ziel.

Mit einer Zwischenauswertung der bisher eingegangenen Kommentare möchten wir einen Überblick über die Motivation unserer UnterstützerInnen geben. Dabei wurden von uns alle Kommentare von 435 Personen bis zum 8.1.2021 einbezogen. Wir haben versucht, die vielen Argumente sinnvoll nach Themen zusammenzufassen. Alle Argumente der Petition werden deutlich bestätigt. Zusätzlich werden neue Argumente genannt. Diese zusätzlichen Aspekte bereichern die sachliche bürgerschaftliche Meinungsbildung! Wir halten es daher für wichtig, diese Zusammenfassung der Kommentare mit Zitaten zu veröffentlichen.


Der überwiegende Anteil der Personen (73%) bekräftigt unsere Meinung, dass die bauliche Erscheinung des geplanten Vorhabens NICHT in die Umgebung passt, weil sie viel zu hoch und zu groß geplant ist. Bei vielen ist ein Unverständnis darüber zu lesen, dass hier am gründerzeitlichen Stadtrand und Übergang zur Saaleaue ein Hochhaus mit 11 Geschossen gebaut werden soll. In einigen Äußerungen wird bezweifelt, dass es in Halle einen so großen Bedarf an neuen Büroflächen und hochpreisigem Wohnraum gibt. Einige sorgen sich um Leerstand.


Mehr als ein Viertel der Personen befürchtet negative soziale Auswirkungen und eine abnehmende Lebensqualität im Stadtviertel, wenn das Projekt in dieser Weise verwirklicht wird. Stark thematisiert wird die Befürchtung, dass in dem geplanten Bau anteilig nicht genügend bezahlbarer Wohnraum für HallenserInnen mit mittlerem und niedrigem Einkommen geschaffen wird. Als negative Folge wird im Stadtviertel eine Segregation, also eine unsoziale Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung zugunsten Besserverdienender befürchtet.

  • „Ein für viele Menschen entwickeltes Projekt wird umgewandelt in ein Wohnviertel für einen sehr elitären Kreis. Es ist das nächste Beispiel in Halle, welches eine soziale Entmischung zur Folge hätte.“
  • „In bester Lage werden Wohnungen für Besserverdiener gebaut. Die geplanten Mieten kann sich ein Normalbürger/Familie mit Kindern nicht leisten.“
  • „Für uns ist bezahlbarer Wohnraum, der sich gut in das vorhandene Konzept der Wohngegend einfügt, wichtig.“
  • „Es sollte auch an Sozialwohnungen gedacht werden. Jeder Hallenser sollte die Möglichkeit erhalten, sich dort eine Wohnung zu suchen.

Die geplante Bebauung wird als abschottend empfunden, die nicht genügend öffentlichen Raum im neuen Quartier schafft. Es werden Sorgen geäußert, dass die Gestaltung des Neubaus für Möglichkeiten einer Begegnung nicht förderlich und eventuell sogar behindernd wirkt. In diese Kategorie haben wir auch Kommentare versammelt, die störende Effekte auf Naherholungssuchende zum Inhalt haben.

  • „Das geplante Bauvorhaben schafft eine tote und in sich geschlossene Ecke, gleich einer ́gated community ́, im Viertel.“
  • „Weil die Wohlhabenden drin und die anderen draußen sein werden. Eine Burg in der südlichen Stadt…“
  • „Ausschluss der Nachbarschaft vom Spielplatz verhindert ein offenes Miteinander und fördert die Gentrifizierung.“
  • „Ich wünsche mir, dass einfach wieder mehr Flächen für die BürgerInnen unserer Stadt zur gemeinschaftlichen Nutzung entstehen. Halle soll zusammenkommen können.“

Auch wenn eine Fertigstellung des „Sportparadieses“ NICHT in unserer Petition thematisiert wird, äußern sich 9% der Personen enttäuscht darüber, dass das Sportzentrum seine Wirkung im Viertel und für die Stadt Halle nie entfalten wird:

  • „Die Fertigstellung des Sportzentrums würde den Interessen der Bewohner der Stadt Halle sehr viel besser dienen.“
  • „Wir haben uns seit Jahren auf eine Sportstätte gefreut, welche nun leider wieder komplett abgerissen wird.“
  • „Theoretisch hat sich die Stadt etwas dabei gedacht, an dieser Stelle sportliche Betätigung zuzulassen. Sicherlich wurde das Projekt als sinnvoll eingestuft, sonst hätte es keine Genehmigung gegeben. Den jetzigen Sinneswandel kann ich trotz aller Widrigkeiten nicht akzeptieren.“

Es ist für einige schwer zu akzeptieren, dass die erwartete Nutzung einer Sportstätte für ALLE HallenserInnen plötzlich in eine Wohnbebauung überführt werden soll, von der weitaus weniger Menschen profitieren. Ebenfalls wird der mit einem Abriss der Sporthallen verbundene hohe volkswirtschaftliche Schaden thematisiert.


Negative ökologische Effekte werden von 43 Personen (10%) erwartet, vorrangig durch die sensible Lage der Bebauung in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Naturschutzgebieten der Saaleaue. Eine Verschlechterung des lokalen Stadtklimas befürchtet durch die Verriegelung der Frischluftschneise zwischen Saaleaue und Ludwigsfeld. Ergänzend wünschen sich einige eine stärkere ökologische Bauweise.

Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit negativen Auswirkungen in Form von Ruhestörungen, Staus und Parkplatzmangel im angrenzenden Viertel thematisieren 13 Personen.

55 Personen (13%) äußern eine unmittelbare Betroffenheit.

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